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Kirchengeschichte

Die  Johanneskirche  zu  Frömern

Lieber Gast, herzlich willkommen in unserer Johanneskirche !

 Sicher spüren Sie,  dass diese Kirche kein Museum ist,  sondern eine gepflegte,  intensiv genutzte Kirchspielskirche.  Viele bauliche Veränderungen haben ihr Gesicht mit den Zeiten immer wieder verändert.

Die frühere Kirche

Die erste Kirche in Frömern war bereits im 12.Jahrhundert im romanischen Stil errichtet worden.  Sie bestand aus dem heute noch vorhandenen  18 m hohen Westturm mit  quadratischem Grundriss (8,5 x 8,5 m) und einem flachgedeckten  9,5 x 14 m großenKirchenschiff mit einer halbrunden Apsis.  Die Ausleuchtung des Kirchenraumes erfolgtedurch je drei hochliegende,  kleine  Rundbogenfenster in der Süd- und Nordwand.  An Zu-  gängen existierten das Turmportal,  eine Rundbogentür an der Nordwand und zwei Türen in der Südwand.

Turmhalle und Kirchenschiff wurden im  13.Jahrhundert gotisch eingewölbt,  wozu die Aussenmauern des Kirchenschiffes erhöht werden mussten.  Die romanische Apsis ersetzte man im 14.Jahrhundert durch einen gotischen Chor.  Beim Brand von  1761,  im Siebenjährigen Krieg,  wurde das Langhaus schwer beschädigt. 

Der Turm blieb fast vollständig erhalten - das Kirchenschiff musste unter Verwendung noch brauchbarer Baugruppen vollständig erneuert werden.  Dieses Gebäude wurde aber schon nach gut einem Jahrhundert wegen Baufälligkeit wieder abgebrochen.

 Die heutige Kirche ist der dritte nachweisbare Kirchbau in Frömern und als Baudenkmal eingestuft.

Baugeschichte der neuen Kirche

1876 Das baufällig gewordene Langhaus wird abgerissen - ein neues errichtet.

1877 Die Kirche mit dem neuen Schiff und Veränderungen am Turm,  wie im Inneren (Altar,  Kanzel),  wird wieder eingeweiht.

1879 Einweihung der durch  Friedrich Ladegast,  Weißenfels  erbauten Orgel.

1895 Einweihung des neuen Bronzegeläutes.

1917 Die zinnernen Prospektpfeifen der Orgel,  sowie zwei der drei Bronzeglocken müssen für Kriegszwecke abgegeben werden.

1927 Feierliche Einholung und Einweihung des neuen Bronzegeläutes (im 2.Weltkrieg mussten wieder zwei der drei Glocken für Kriegszwecke abgegeben werden).

 1949 Reparatur des Langhaus-Schieferdaches  -  Einholung und Einweihung der neuen Gussstahlglocken. 

1968 Neugestaltung des Altarraumes.

1980 Gründung des Kirchbau Vereins.

 1983/84   Verankerung der Außenwände des Langhauses,  Renovierung der Ladegastorgel.

1985/86   Neue Fensterverglasung im Chor.

 1991/95    Neue Fensterverglasung an der Nord- und Südseite.

2000 Installation einer neuen Heizung

 

Der Name der Kirche

Der Name  Johanneskirche  für die Kirche in Frömern stammt aus dem Mittelalter.  DerFrömerner Pfarrer und Historiker  Johann Dietrich von Steinen  bemerkte dazu  1755 in seiner  “Westfälischen Geschichte”,  dass  St. Johannes vorzeiten als Schutzpatron bey dieser Kirche sey verehret worden,  ist aus einem Briefe vom Jahr  1401  zu sehen, denn in demselben heisset sie  St.Johannes.     

 

Reformation

Am  29.November 1545,  dem  1.Adventssonntag,  wurde der erste protestantische Gottesdienst in Frömern mit einer  Predigt,  Kirchenliedern von  Martin Luther  und der Feier des  Hl. Abendmales  mit Brot und Wein gefeiert - das Kirchspiel Frömern war damit eine der ersten evangelischen Gemeinden der  Grafschaft Mark.

Der Reformator Frömerns,  Heinrich von Steinen,  ein ehemaliger Prämonstratenser Mönch des Klosters Scheda,  hatte bereits 1542,  bei seiner Heirat mit der  Unnaer Bürgermeistertochter  Gisela von Crane,  mit dem alten Glauben gebrochen.  1543, auf  einer Reise ins Rheinland, saß zu den Füssen Philip Melanchtons,  der ihn in seinem  Reformationsvorhaben bestärkte und die Durchführung empfohlen hat. 

Der  1.Advent  ist daher für die Kirchengemeinde Frömern ein besonderer Tag.  Zweimal,  1727 (für Johann Dietrich von Steinen) und 1865 (für Carl Ernst Buschmann) wurde er auch für die Pfarrer Einführung gewählt.

Am  22.Mai 1934  wurde dann die Reformation bewahrt,  indem sich die Kirchen Gemeinde Frömern mit  Pfarrer Albrecht Bartels  der  “Bekennenden Kirche”  zuordnete und den völkischen  “Deutschen Christen”  eine Absage erteilte.

Heute bedeutet für uns die Reformation nicht Abgrenzung,   sondern Zusammenführung unter dem  Worte Gottes. 

 

Rundgang durch die Kirche

Betritt man das Gotteshaus durch das Eingangsportal im Turm,  so gelangt man in die Turmhalle.  An der rechten Seite befindet sich die  Gedenkwand für die Gefallenen und Vermißten der beiden Weltkriege aus dem Kirchspiel Frömern.  Die kleine Holztüre linksseitig verschließt den Zugang zum Turm. 

Durch die Doppeltür gelangt man,  unter  der Orgelempore hinweg,  in den Kircheninnenraum.  Dieser stellt sich dem Betrachter als angedeutete dreischiffige Halle mit abschließendem Chor dar.

Hält man sich unter der Orgelempore rechts,  so  findet man  - in die Turmwand eingelassen -  die Gedenktafel für den Füsilier  Heinrich Becker  aus Ostbüren,  der im Nov.1870  bei der Einkesselung von Beaune la Rolande/ Frankreich verwundet wurde und im dortigen Lazarett verstarb.  Diese Gedenktafel hatte bereits im Vorgängerbau an der Südwand ihren Platz.      

Vorbei an der Tür,  die zum südlichen  Emporenaufgang führt,  gelangt man  - längs der Südwand -  zum Chor,  in dem sich der Altarraum befindet.  Tisch,  Taufschalenhalter und Kanzel sind in Holz gearbeitet;  der  Lesungsständer ist schmiedeeisern.

Hinter dem Altar,  an der Bogenwand des Chores angebracht,  befinden sich seit Jan. 1995  zwei Bronzetafeln,  die in (bisher) sechs Stationen den Kreuzweg Christi zeigen. Diese zeitgenössischen Darstellungen des verstorbenen Künstlers  Ernst Oldenburg (Kessebüren) sind unvollendet. 

Etwa vor den Stufen zum Altar befinden sich die Begräbnisstätten der sieben Pastoren aus der Pfarrerfamilie  von Steinen,  die seit der Reformation über 250 Jahre lang hier Gottes Wort verkündigten. 
Beim Neubau des Kirchenschiffes und der Höherlegung des Fußbodens sind die alten Grabplatten,  von denen aber von sechs Gräbern die Inschriften bekannt sind,  überdeckt worden.  Im Frühjahr 2000,  bei der Erneuerung der Heizungsanlage,  wurde die Grabplatte des Johann Dietrich von Steinen (Verfasser der  “Westphälischen Geschichte”) zur Ansicht freigelegt.        

Blickt man von dieser Stelle zum Eingang,  so ist die  1879  von Friedrich Ladegast aus Weißenfels erbaute Orgel nicht zu übersehen.  Die zweimanualige mechanische Schleifladenorgel besitzt im Hauptwerk 9  und im Oberwerk 4  romantische Stimmen;   über das Pedal sind weitere  4 Stimmen anspielbar.  Hauptwerk,  Oberwerk und Pedal lassen sich sinnvoll miteinander verkoppeln.  Als Besonderheit ist ein Gehäuse um die Stimmen des Oberwerks  anzusehen,  so das dieselben ein Echowerk repräsentieren.

Die Frömerner Orgel stellt insofern eine Besonderheit dar,  als dass sie eine von nur noch drei fast vollständig erhaltenen Orgeln  des berühmten Orgelbaumeisters Ladegast in NRW ist.

Rechts vom Chor findet man,  in die Ostwand eingelassen,  das Altarbild von 1877.  Es hat an dieser Stelle die Umgestaltung des Altarraumes (1968) überdauert.  Das Bild ist von dem Wiedenbrücker Bildhauer Goldkuhle,  der Entwurf dazu stammt von Regierungsbaurat  A. Hartmann aus Arnsberg,  dem auch die Planung des Langhausneubaues von 1876   oblag.

An der Nordwand entlang,  vorbei am Aufgang zu deren Empore,  verläßt man den Kirchenraum wieder.   

 

Kirchplatz

Geht man über den Fahrweg  “Sybrechtplatz”  zur Kirche,  so befindet sich rechts das Pfarrhaus (die Vorgängerbauten befanden sich ebenfalls an dieser Stelle).  Das gegenüber liegende schmucke Fachwerkhaus (Sybrechtplatz 5),   erbaut 1829,  ist als Baudenkmal ausgewiesen und war über  75 Jahre Frömerner Lehrern ein Heim.

Der Raum um die Kirche war bis 1866 der Begräbnisplatz des Kirchspiels.  Heute künden davon einige an der  Turmwand angebrachte Grabplatten,  sowie einige frei stehende Grabdenkmale.  Seit langer Zeit ist dieses Areal von Mauern,  meist Trockenmauern,  umgeben - große Teile davon sind noch erhalten.   Heute ist dieser Platz großenteils begrünt und von drei gepflasterten Wegen durchzogen.

Geht man nördlich um die Kirche herum,  passiert man ein  “verkleidetes”  Fachwerkhaus (Sybrechtplatz 4).  Auch dieses Haus,  der Restbestand einer früher zur Kirche gehörenden Kötterstelle,  ist ein Baudenkmal. 

Auf dem östlichen Weg gelangt man hinter den Chor.  Hier ist der  1876   eingesetzte Grundstein des Langhausneubaues zu sehen (Siehe,  ich mache alles neu  -  Offb. 21, 5). Folgt man dem Weg noch einige Schritte,  vorbei an Heizungskeller und Sakristei,  so befindet  man sich in  “Küster’s  Kämpken”.  An dieser Stelle,  zwischen Mauer und Weg, befand sich das  1830  eröffnete einklassige Schulhaus,  das erst nach der Einweihung der neuen Dorfschule  1954 (am Mutterkamp) abgerissen wurde.  Über die Straße hinweg schaut man auf das  1879  errichtete neue Lehrerhaus (bis 1955).

Der südliche Weg,  zurück zum Ausgangspunkt des  kleinen Rundganges,  führt uns am sogen.  “Burghaus” (heute:  Hof Hohmann),  einem alten Fachwerkbau,  vorbei.  Dieser war früher über mehrere Generationen im Besitz derer  von  Steinen.  Von  1821  bis 1830  wurde das Gebäude als Schul- und Lehrerhaus genutzt.

 

 Zum  Schluss

Seit vielen Jahrhunderten versammeln sich an dieser Stelle Menschen zum  Gottes-dienst.  Deshalb  freuen wir uns auch über Ihren Besuch. 

Setzen Sie sich doch einfach noch einige Minuten in Ruhe in eine der Bankreihen  -oder,  wenn Sie es einrichten können,  kommen Sie doch am Sonntag um  9.45 Uhr wieder,  um mit uns Gottesdienst zu feiern  -  denn dann erst lebt diese Kirche auf und entfaltet ihre volle Schönheit.

 Mit freundlichen Grüßen       -     
 Ihre Ev. Kirchengemeinde Frömern

 Herausgeber:  Ev. Kirchengemeinde Frömern                    Zusammenstellung:  A.Leider                    Stand:  04/01